Drei Förderprogramme für die Zukunft der Schongauer Altstadt
Mit den Zuwendungen aus drei unterschiedlichen Förderprogrammen zur Stadtentwicklung bietet sich der Stadt Schongau aktuell die Möglichkeit, den negativen Folgen der derzeitigen Krisen mit konkreten Maßnahmen zu begegnen und durch aktives Handeln neue Anreize für eine zukunftssichere Entwicklung – insbesondere für die historische Altstadt – zu setzen:
- Sonderfonds „Innenstädte beleben“
- Bundesförderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren (ZIZ)"
- EU-Innenstadt-Förderinitiative (REACT-EU)
Herausforderungen und Potenziale der Schongauer Altstadt
Trotz der Probleme des anstehenden Strukturwandels bietet die historische Altstadt Schongaus nach wie vor ein nachhaltiges Entwicklungspotenzial. Durch städtebauliche Maßnahmen konnten bereits in den letzten Jahren erste Verbesserungen des öffentlichen Raums und positive Veränderungen hin zu einem Einkaufsmarktplatz mit attraktiven Wohnraumangeboten erreicht werden, aber weiterhin bestehen kritische Rahmenbedingungen und Herausforderungen, wie die Analyse des Einzelhandelskonzepts für Schongau aufzeigt:
– strukturelle Defizite aufgrund eines geringen Besatzes an anziehungsstarken Einzelhandels- und attraktiven gastronomischen Betrieben, starke Konkurrenz peripherer Gewerbegebiete, Verlust der Branchen- bzw. Nutzungsvielfalt im Zentrum (z.B. aufgrund der Schließung von inhabergeführten Einzelhandelsbetrieben, Fehlen von Ankergeschäften und Frequenzbringern)
– Tendenz zur Umwandlung von Einzelhandelsflächen in Wohnraum (Sanierung Altstadthäuser) und Dienstleistungsflächen mit der Folge des Verlustes an frequenzbringenden Angeboten, Leerstandproblematik und mangelnde Nachnutzungsmöglichkeiten
– Wettbewerbsdruck für den stationären Einzelhandel durch die wachsende Bedeutung des Onlinehandels, Digitalisierungsstau bei kleinen Einzelhändlern
– Imagegefährdende Diskussionen zur Attraktivität und Erreichbarkeit der Altstadt (Parkraumsituation, ÖPNV)
– großes touristisches (historische Altstadt, Stadtmauer) und kulturelles (Konzerte, Freilichtspiele) Potenzial, aber die Nutzung von Synergieeffekten zwischen Kunst, Kultur, Tourismus und Einzelhandel ist ausbaufähig
– Mängel bei der Umsetzung einer gezielten Transformationsstrategie aufgrund der bisher fehlenden
übergreifenden Organisationsstruktur eines kooperativen Stadtmarketings, knapper personeller Ressourcen und mangelnder finanzieller Haushaltsausstattung für freiwillige Leistungen in der Stadtverwaltung (hinsichtlich Attraktivitätssteigerung, Kultur, Standortprofilierung), um Transformationsprozesse anzustoßen und zu koordinieren
Die historische Altstadt als kultureller Identifikationspunkt
Die Schongauer Altstadt ist auf Grund ihrer topografischen Lage auf dem Altstadtberg mit einer eingeschränkten Erreichbarkeit konfrontiert. Den Schwerpunkt der Erschließung bildet somit der motorisierte Individualverkehr. Ein eingeschränktes Parkangebot in der Altstadt wird aktuell über ein flexibles Parkraumkonzept und ein kostenloses Parkplatzangebot am Fuße des Altstadtbergs kompensiert.
Die Altstadt bildet den zentralen Versorgungsbereich und den kulturellen Identifikationspunkt der Gesamtstadt als multifunktionalen Handels-, Dienstleistungs- und Wohnstandort mit einer überdurchschnittlichen Aufenthaltsqualität dank des attraktiven historischen Altstadtbildes.
Neben zunehmenden Investitionen in Wohnnutzung in den vergangenen Jahren mit teilweiser Verdrängung des Einzelhandels durch Umnutzung von Gewerbeimmobilien zu Wohnungen wächst aktuell erneut die Leerstandproblematik in der Altstadt. Abseits der guten Lagen entlang der Hauptachsen Marienplatz und Münz- sowie Weinstraße nimmt die Nutzungsintensität – insbesondere nach Norden – deutlich ab. Auch muss in Randlagen den beginnenden Trading-Down-Effekten entgegengewirkt werden. Insgesamt haben sich die Immobilienpreise parallel zu den beschriebenen Entwicklungen – auch unter Einfluss der relativ nahen Metropolregion München – in wenigen Jahren deutlich nach oben entwickelt.
Drei Förderprogramme als Chance für die Altstadt
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, kann die Stadt nun aufgrund der Förderzusagen auf Mittel aus den Programmen des Sonderfonds „Innenstädte beleben“ der bayerischen Städtebauförderung, der „EU Innenstadt-Förderinitiative (REACT-EU)“ der Europäischen Union und des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ zurückgreifen.
Die bereits umgesetzten und noch geplanten Maßnahmen basieren auf den Zielen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) für die Stadt Schongau, das unter Beteiligung der Schongauer Bürgerschaft erarbeitet wurde.