Das Schongauer Blatt - Rekonstruktion eines mittelalterlichen Fundes
aus dem 15. Jahrhundert
Wussten Sie, dass das älteste Kartenspiel Deutschlands in Schongau gefunden wurde und sich im Stadtmuseum Schongau befindet?
Dank einer sorgfältigen Rekonstruktion können Sie dieses historische Blatt heute nun selbst in Händen halten und mit ihnen spielen wie die Menschen gegen Ende des Mittelalters.
Das „Schongauer Blatt – Rekonstruktion eines mittelalterlichen Fundes aus dem 15. Jahrhundert“ ist ab sofort für 10 Euro in der Tourist Information Schongau zu kaufen!
Ein wahrhaft historischer Fund: Während der Sanierung des gotischen „Hafnerhauses“ in Schongau wurden im Jahr 2000 neun Spielkarten gefunden, die dort über 500 Jahre in einem Fehlboden erhalten geblieben sind. Die Schongauer Spielkarten sind somit die ältesten bekannten Volks- bzw. Gebrauchsspielkarten Deutschlands und ein direkter Vorfahr der heutigen bayerischen Spielkarten. Sie können zeitlich zwischen 1450 und 1490 eingeordnet werden.
Der Fund ist sogar so bedeutend, dass er bei der Ausstellung „Sau sticht König - Spielkarten aus Bayern“ im Haus der Bayerischen Geschichte in Regensburg präsentiert wurde.
Die Körperhaltung der einzig erhaltenen Bildkarte, dem Herz Unter, orientiert sich nah an Darstellungen aus Fechtbüchern des Spätmittelalters. Deshalb wurden für die Rekonstruktion Bildtafeln aus Hans Talhoffers Fechtbuch (15. Jahrhundert) als Vorbild genommen. Gesichtszüge, Frisur und Kleidung der Knechte halten sich hierbei an den gefundenen Unter. Dies bedeutet: Kein Bart, keine Langhaar-Frisuren, spitze Schnabelschuhe, genesteltes Wams, enganliegende, geschlossene Hose - ganz im Stile der Gotik des 15. Jahrhunderts.
Das Kartenspiel war ein viel genutzter und bald zerschlissener Alltagsgegenstand, bei dessen Anfertigung kein großer Aufwand betrieben wurde. Bislang wurden die Spielkarten nicht tiefergehend drucktechnisch untersucht. Man kann jedoch bei den schwarzen Umrissen von Holzschnitten ausgehen, die nach dem Druck händisch coloriert wurden. Dabei arbeitete man nicht besonders sorgfältig.
Die Herausforderung bei der Ergänzung des Kartenspiels bestand im Konflikt zwischen dem Wunsch nach ausschmückender Gestaltung und der Orientierung am eher schlichten Stil der Originale. Um diesem nahezukommen, wurden schwarze Tusche, Feder und Pinsel, Ölpastellkreide und Farbstifte verwendet und auch mal über die Linien hinaus gemalt, um das unsaubere, hastige Arbeiten nachzuempfinden.
Die Rekonstruktion des Kartenspiels wurde gefördert durch das Förderprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und durch die Stadt Schongau.
Herausgeber: Tourismusverein Schongau e.V. im Namen der Stadt Schongau
Idee und Umsetzung: Dr. Jürgen Erhard und Maximilian Geiger
Gestaltung und Bildrechte: Bettina Buresch
Layout: Markus Keller
Sie wollen das Kartenspiel kaufen, schaffen es aber leider nicht nach Schongau in die Tourist Information zu kommen?
Kein Problem! Schreiben Sie uns einfach unter touristinfo(at)schongau.de oder rufen Sie uns an unter 08861/214181, wir finden einen Weg, wie die Karten zu Ihnen kommen!
Besuchen Sie auch unser Stadtmuseum Schongau, wo die originalen Spielkarten aus dem 15. Jahrhundert aufbewahrt werden.